35 Jahre Unabhängigkeit der Republik Armenien: Festveranstaltung in Leipzig würdigt armenisch-deutsche Freundschaft
Leipzig
Leipzig, 29. September 2026 – Anlässlich des 35. Jahrestages der Unabhängigkeit der Republik Armenien luden das Honorarkonsulat der Republik Armenien im Freistaat Sachsen sowie das Honorarkonsulat der Republik Armenien für Sachsen-Anhalt und Thüringen am 29. September zu einer feierlichen Festveranstaltung in Leipzig am Markt 10 ein.
Die Festveranstaltung am Markt 10 fügte sich zugleich auf besondere Weise in die internationalen Aktivitäten der Stadt Leipzig ein. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Leipziger Partnerschaftsquartier – ein Ort, an dem internationale Städtepartnerschaften, Begegnungen und Kooperationen sichtbar werden und gelebt werden. Die Feier zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Armenien setzte an diesem Ort ein weiteres Zeichen für die enge und vielfältige Verbindung zwischen Leipzig und Armenien.
Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft sowie Freunde Armeniens kamen zusammen, um gemeinsam den 35. Jahrestag der armenischen Unabhängigkeit zu begehen, auf die Entwicklung der deutsch-armenischen Beziehungen zu blicken und die Bedeutung persönlicher und institutioneller Begegnungen für die weitere Zusammenarbeit hervorzuheben.
Ein festlicher Abend im Zeichen der Verbundenheit
Durch den Abend führte Dr. Sirarpi Movsisyan, Leiterin des Konsularbüros des Honorarkonsulats der Republik Armenien im Freistaat Sachsen. In ihrer Begrüßung hieß sie die Gäste herzlich willkommen und unterstrich die Bedeutung des Jubiläums als Anlass, die vielfältigen Beziehungen zwischen Armenien und Deutschland sowie insbesondere die Verbindungen zwischen Armenien und Mitteldeutschland sichtbar zu machen.
Botschafter S. E. Viktor Yengibaryan: Blick auf Gegenwart und Zukunft
In seiner Festrede sprach S. E. Viktor Yengibaryan, Botschafter der Republik Armenien in der Bundesrepublik Deutschland, über die Bedeutung der Unabhängigkeit für Armenien und die Entwicklung der bilateralen Beziehungen.
„Der Unabhängigkeitstag symbolisiert Freiheit, Souveränität und die Entschlossenheit, unsere Zukunft selbstbestimmt zu gestalten und sie unseren Kindern zu hinterlassen. Eine Zukunft voller Frieden, Freiheit und neuer Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang blicken wir mit Stolz auf das Erreichte zurück und insbesondere mit Zuversicht nach vorne“, betonte der Botschafter.
Dabei verwies er auch auf die vielfältigen kulturellen und wissenschaftlichen Verbindungen zwischen Leipzig, Mitteldeutschland und Armenien sowie auf die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Armenien und Deutschland.
Prof. Dr. Lucas Flöther: Eine persönliche Verbindung und neue Perspektiven für Leipzig und Jerewan
Prof. Dr. Lucas Flöther, Honorarkonsul der Republik Armenien im Freistaat Sachsen, betonte in seiner Ansprache die persönliche Bedeutung Armeniens für ihn und seine Familie.
„Meine Beziehung zu Armenien ist eine zutiefst persönliche. Durch meine Ehefrau ist Armenien zu einem festen, prägenden Teil meines eigenen Lebens und unserer Familie geworden. Für mich und meine Familie ist dieser 35. Jahrestag der Unabhängigkeit daher nicht nur ein Staatsfeiertag – es ist ein Tag des Herzens und der Zugehörigkeit“, so Prof. Dr. Flöther.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Beziehungen zwischen Leipzig und Jerewan. Das Kulturjahr Leipzig–Jerewan 2026 und die bevorstehende offizielle Unterzeichnung der Städtepartnerschaft zwischen beiden Städten am 5. Oktober in Jerewan markieren einen weiteren wichtigen Schritt in der kommunalen Zusammenarbeit.
Honorarkonsul Michael Schmidt: Diplomatie schafft Begegnungen
Honorarkonsul Michael Schmidt, zuständig für Sachsen-Anhalt und Thüringen, stellte in seiner Rede die Bedeutung der konsularischen Arbeit und des persönlichen Austauschs in den Mittelpunkt.
„Diplomatie muss Menschen zusammenbringen. Sie muss Türen öffnen. Sie muss Begegnungen schaffen. Und sie muss Brücken bauen – gerade dort, wo Geschichte, Sprache und geografische Entfernung Menschen zunächst voneinander trennen“, erklärte Schmidt.
Mit Blick auf die Bedeutung des Dialogs und der friedlichen Verständigung zitierte er den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt:
„Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen.“
Auch an das Vermächtnis von Margot Friedländer erinnerte Schmidt und unterstrich damit die Bedeutung von Menschlichkeit, gegenseitigem Respekt und Verständigung.
Dr. Gabriele Goldfuß: Leipzig und Jerewan – verbunden durch Geschichte und gemeinsame Zukunft
Ein Grußwort von Dr. Gabriele Goldfuß, Referatsleiterin für Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig, richtete den Blick auf die kommunale Zusammenarbeit und die Bedeutung internationaler Partnerschaften für Leipzig sowie auf ihre persönliche Verbindung zu Armenien und die über die Jahre gewachsenen Beziehungen zu Menschen armenischer Herkunft in Leipzig.
Sie erinnerte an ihre Begegnungen mit der armenischen Geschichte und Kultur, an gemeinsame Formen des Erinnerns sowie an ihre Reisen nach Armenien. Besonders eindrücklich schilderte sie ihren Besuch in Jerewan und die Bedeutung des Platzes der Republik als Ort, an dem sich die jüngere Geschichte Armeniens widerspiegelt – von der Unabhängigkeit 1991 bis zur Samtenen Revolution 2018.
Dabei betonte sie auch die besonderen Parallelen zwischen Leipzig und Jerewan: Beide Städte teilen Erfahrungen des Lebens im Sozialismus sowie gesellschaftlicher und politischer Veränderungen. Heute verbinden beide Städte vielfältige Kontakte und gemeinsame Perspektiven.
Auch auf den armenischen Kreuzstein in Leipzig ging Dr. Goldfuß ein. Sie würdigte zudem das großartige Engagement der armenischen Kulturgemeinde. Sie ist Trägerin der vielfältigen Aktivitäten der armenischen Gemeinde vor Ort.
Mit Blick auf die bevorstehende Reise einer Leipziger Delegation nach Jerewan hob Dr. Goldfuß die Bedeutung der neuen Städtepartnerschaft hervor. Sie unterstrich, dass Partnerschaften wie die zwischen Leipzig und Jerewan Begegnungen zwischen Menschen ermöglichen und daraus neue Kooperationen, Projekte und gemeinsame Zukunftsperspektiven entstehen können.
Arthur Abraham: „Armenien ist meine Heimat und Deutschland meine zweite Heimat“
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Beitrag des ehemaligen Boxweltmeisters Arthur Abraham zum Thema „Armenien – persönlich erlebt“.
Ausgehend von seiner eigenen Biografie sprach Abraham über seine Verbindung zu Armenien, Deutschland und insbesondere Leipzig, wo er einen wichtigen Abschnitt seiner sportlichen Karriere erlebte.
„Leipzig liegt mir ganz besonders am Herzen, weil ich hier das erste Mal Weltmeister geworden bin. Für mich sind die Beziehungen zwischen Deutschland und Armenien enorm wichtig – ich bin in Armenien geboren und lebe seit 30 Jahren in Deutschland. Armenien ist meine Heimat und Deutschland meine zweite Heimat.“
Er betonte zugleich die Bedeutung des wachsenden Interesses deutscher Besucherinnen und Besucher an Armenien und begrüßte Veranstaltungen, die den Austausch zwischen beiden Ländern fördern.
Musik als verbindendes Element
Für einen festlichen musikalischen Rahmen sorgten Karine Terterian am Klavier sowie Maxi Rauschenbach und Robert Müller. Auf dem Programm standen unter anderem Werke armenischer und deutscher Komponisten wie Johannes Brahms, Komitas Vardapet, Arno Babadschanjan und Aram Chatschaturjan.
Die musikalischen Beiträge verliehen dem Abend eine besondere Atmosphäre und machten zugleich einen wichtigen Teil der armenischen Kultur in Deutschland erlebbar.
Begegnung, gemeinsamer Ausklang und Partner
Im Anschluss an das offizielle Programm bot ein Empfang Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und Begegnungen. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft sowie zahlreiche Freunde Armeniens nutzten den Abend zum Austausch und zur Vertiefung bestehender Kontakte.
Unter den Gästen waren unter anderem Dr. Alexander Vogt, Oberbürgermeister der Stadt Halle, und Markus Kopp, Honorarkonsul der Republik Polen in Leipzig, sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.
Der 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Armenien wurde damit in Leipzig nicht nur als historischer Meilenstein gewürdigt, sondern auch als Anlass, den Blick auf die Zukunft zu richten: auf neue Begegnungen, gemeinsame Projekte und die weitere Vertiefung der Beziehungen zwischen Armenien und Deutschland.
Die Honorarkonsulate der Republik Armenien im Freistaat Sachsen sowie für Sachsen-Anhalt und Thüringen bedanken sich herzlich bei allen Gästen, Rednerinnen und Rednern, Künstlerinnen und Künstlern sowie allen Mitwirkenden für ihren Beitrag zum Gelingen der Festveranstaltung.
Ein besonderer Dank gilt der Europäischen Stiftung der Rahn Dittrich Group für Bildung und Kultur, insbesondere ihrer Vorsitzenden Frau Susanne Kucharski-Huniat, die den Saal für die Jubiläumsfeier zur Verfügung gestellt und gemeinsam mit Frau Inis Rauscher die Vorbereitung der Veranstaltung herzlich unterstützt hat.